Der Boden

Was macht einen guten Gartenboden aus?
Beim Boden kommt es auf die richtige Mischung der Bestandteile an, um den Pflanzen ein mglichst gutes Wachstum zu ermglichen. Ein guter Gartenboden hat eine krmelige Struktur, speichert ausreichend Wasser und ist dennoch gut durchlftet. Er hlt fr die Gewchse gengend Nhrstoffe bereit und lsst sich gut bearbeiten. All diese Eigenschaften werden durch das Zusammenspiel von Sand, Lehm, Ton und Humus im Boden erzeugt. Leider besitzen nicht alle Bden in unseren Grten die gewnschten Eigenschaften. Durch die gezielte Beimischung bestimmter Zuschlagstoffe knnen Hobbygrtner ihren Boden aber so verbessern, dass er sich dem Idealzustand annhert.
 

Bestimmung der Bodenart


Zunchst mssen Sie die Bodenart in Ihrem Garten bestimmen. Nehmen Sie eine kleine Handvoll Erde und formen Sie diese in Ihren Handflchen zu einer Kugel. Versuchen Sie anschlieend aus der Kugel eine "Wurst" zu rollen. Wie verhlt sich die Erde?

– die Erde besitzt eine krnige Textur und zerkrmelt beim Zusammendrcken, eine "Wurst" lsst sich nicht formen, dann handelt es sich um einen Sandboden

– die Erde fhlt sich glatt an und die Kugel hlt gut zusammen. Die Erde klebt nicht an den Hnden, dann haben Sie Lehmboden in der Hand

– die Erde fhlt sich glatt und klebrig an, die Kugel hlt sehr gut zusammen. Eine "Wurst" lsst sich gut formen und die Erde bekommt eine glnzende Oberflche, wenn man sie reibt, dann besteht Ihr Garten zum Groteil aus Tonboden.

Bodenstruktur

Der Boden besteht neben Humus, tierischen und pflanzlichen Organismen aus festen Mineralteilchen. Sie entstammen in der Regel dem sogenannten Ausgangsgestein, das sich unter der fruchtbaren Erde befindet. Dabei handelt es nicht nicht zwangslufig um ein festes Gestein, denn auch Sand, Ton und sogar Torf werden in der Bodenkunde so bezeichnet. Dieses Ausgangsgestein ist wesentlich fr die Bodenart verantwortlich, die durch Verwitterung entsteht.

Anordnung und Gre der mineralischen Teile bilden die Bodenstruktur und damit auch die Hohlrume im Untergrund. Diese Zwischenrume im Boden, die Bodenporen, sind mit Wasser oder Luft gefllt. Je nach Gre der Bodenporen verndert sich das Luft-/Wasserverhltnis in der Erde.
 
Sand hat eine grobe Krnung mit einzelnen Bodenteilchen zwischen 2 und 0,06 Millimeter Durchmesser. Die Hohlrume sind besonders gro und das Regenwasser dringt sehr gut in den Boden ein. Sand kann Wasser aber nur schlecht speichern und es versickert schnell in den Untergrund. Die Bodenporen sind mit Luft gefllt, nachdem das Wasser abgelaufen ist.

Schluff hat eine Korngre von 0,06 und 0,002 Millimeter. Hier ist das Verhltnis zwischen Wasser und Luft ausgeglichen, da die Bodenporen kleiner sind als im Sandboden. berflssiges Wasser kann gut versickern, whrend eine gewisse Wassermenge gehalten wird und eine gute Pflanzenversorgung sicherstellt. Gengend Poren bleiben mit Luft gefllt.

Tonteilchen haben mit einem Durchmesser von weniger als 0,002 Millimeter die geringste Korngre. Die Poren eines Tonbodens sind uerst fein und halten Wasser sehr gut. berflssiges Wasser kann nur schwer ablaufen und der Luftanteil in den Hohlrumen ist sehr gering.

Bodenart: Leichter Boden
Sandbden werden volkstmlich als leichte Bden bezeichnet, da sie leicht zu bearbeiten sind. Regenwasser fliet gut ab und es entsteht keine Staunsse. Da Sandboden schnell trocknet, kann er fast das ganze Jahr ber bearbeitet werden. Daraus ergibt sich aber auch, dass er besonders in den Sommermonaten zum Austrocknen neigt. Die groen Bodenporen stellen eine gute Luftversorgung der Pflanzenwurzeln sicher und ermglichen, dass sich der Boden im Frhjahr schnell erwrmt. Leichter, humusarmer Boden kann die ber Mineraldnger zugefhrten Nhrstoffe allerdings nur in geringem Mae speichern.

Bodenverbesserung fr leichte Sandbden
Organisches Material wie reifer Kompost, sollte jhrlich im Frhjahr in den Boden eingearbeitet werden. Es verbessert die Fhigkeit der sandigen Erde, Wasser und Nhrstoffe zu speichern. Auf brach liegenden Parzellen im Gemsegarten oder auf Neubaugrundstcken sollten Sie auerdem eine Grndngung aussen. Die Pflanzen fhren dem Boden ber ihre Grn- und Wurzelmasse ebenfalls organisches Material zu. Nach dem Abmhen knnen Sie die Pflanzen auf der Flche liegen lassen, wenn diese nicht anderweitig genutzt wird. Die organische Mulchschicht reduziert die Verdunstung des Bodenwassers und schtzt vor starken Temperaturschwankungen – beides frdert das Bodenleben.
 
Testen Sie den pH-Wert Ihres Bodens alle drei Jahre und kalken Sie ihn im Frhjahr, wenn der Wert unter 5,5 liegt. Frdern Sie auerdem die Fhigkeit der Erde, Nhrstoffe zu speichern, indem Sie Materialien zur Verbesserung der Wasserspeicherung wie Perlit oder Gesteinsmehle aus gemahlenem Ton wie zum Beispiel Bentonit ausbringen und mit einem Kultivator leicht einarbeiten.

Bodenart: Schwerer Boden
Der Begriff schwerer Boden deutet ebenfalls auf die Bearbeitbarkeit des Bodens hin und steht fr Lehm- oder Tonboden. Schwerer Boden speichert das Regenwasser wegen seines hohen Anteils an Feinporen sehr gut. Dadurch neigt er aber zu Staunsse und Luftmangel. Im Frhjahr bleibt schwerer Boden lange kalt, sodass das Pflanzenwachstum relativ spt einsetzt. Sobald der Boden nicht mehr zu nass ist, kann er umgegraben oder bepflanzt werden. Bei zu geringem Wassergehalt bilden sich hingegen schnell Risse und die harte Erde lsst sich kaum noch bearbeiten. Weil der optimale Bearbeitungszeitraum sehr kurz ist, wird schwerer Boden in der Landwirtschaft auch Minutenboden genannt. Das schlecht versickernde Wasser fhrt auf Bden mit hohem Tonanteil leicht zu Staunsse. Deshalb muss die Struktur solcher Bden mit geeigneten Materialien aufgebessert werden. Auch hier trgt Perlit dazu bei, den Boden zu verbessern, da es nicht nur Wasser speichert, sondern auch den Boden belftet.

Bodenverbesserung fr schwere Lehm- und Tonbden

Arbeiten Sie auf Lehm- und Tonbden am besten reifen Kompost ein, um die Bodenstruktur aufzulockern. Mit Hilfe des organischen Materials verbinden sich die Tonpartikel zu Krmeln, zwischen denen sich grere Hohlrume bilden. Der Luftgehalt der Erde steigt, Regenwasser kann besser abflieen und die Pflanzen durchwurzeln den Boden leichter. Mischen Sie nach Mglichkeit auch Sand unter. Er verbessert den Wasserhaushalt nachhaltig, indem er undurchlssige Tonschichten lockert.
 
Um Verdichtungen im Tonboden zu beseitigen, sollte die Erde jhrlich vor dem ersten strengen Frost mglichst tief umgegraben werden. Die Minusgrade lassen das Bodenwasser gefrieren. Es dehnt sich zu kleinen Eiskristallen aus und sprengt die verdichteten Erdschollen. Auf diese Weise entsteht die sogenannte Frostgare. Sen Sie bei Bedarf vom Frhjahr bis zum Sptsommer einen Grndnger aus, der den Untergrund mit seinen starken Wurzeln lockert. Fr schwere Bden eignen sich beispielsweise lrettich oder Lupinen.

Tiefenlockerung und Drainage

Ob aufwendigere Manahmen zur Bodenentwsserung ntig sind, hngt von der Ursache des Wasserstaus ab. Ein verdichteter Boden sollte bis in die Schichten gelockert werden, die kein Wasser passieren lassen. Bei greren Grten sollten Sie einen Landschaftsgrtner mit dieser Arbeit betrauen, da er ber spezielle Maschinen zur Bodenlockerung verfgt.

 
Wenn der Untergrund bis in tiefere Erdschichten verdichtet ist, bleibt in der Regel nur die Anlage einer Drainage. Mehrere Drainagerohre werden parallel zueinander in ein Kies- oder Sandbett in den Untergrund gelegt. Das Wasser sickert durch diese groben Materialien und sammelt sich in den perforierten Rhren. Durch leichtes Geflle der Rohre fliet das Wasser entweder in nahe gelegene Grben oder in extra angelegte Sickerschchte ab. Landschaftsgrtner sind in der Regel mit dem Verlegen von Drainagesystemen gut vertraut und kennen sich mit der ntigen Tiefe und dem Geflle der Rohre aus.

Quelle: https://www.mein-schoener-garten.de/bodenverbesserung-3046

Kleingartenverein ‘Einheit’ Brehna e.V.

31. Mai  2020